Woran erkennt man echtes Gold?
Es gibt keinen einzelnen Test, der Sicherheit gibt. Es gibt eine Reihe von Prüfungen, die jeweils bestimmte Fälschungen ausschließen, und ihre Kombination entscheidet.
Bild: KI-erzeugtSicher nur über die Dichte von 19,32 Gramm je Kubikzentimeter, die Strichprobe oder eine Röntgenfluoreszenzanalyse. Optik, Klang und Magnet schließen nur grobe Fälschungen aus.
Die Dichte ist der härteste Wert
Gold hat eine Dichte von 19,32 Gramm je Kubikzentimeter und ist damit eines der schwersten gebräuchlichen Metalle. Blei kommt auf 11,34, Messing auf rund 8,5, Edelstahl auf etwa 7,9. Wer ein Stück wiegt und sein Volumen über die Wasserverdrängung bestimmt, erkennt jede Fälschung aus einem dieser Materialien sofort. Der Test braucht nur eine Waage mit einer Genauigkeit von 0,01 Gramm, ein Gefäß mit Wasser und einen Faden. Bei einer Unzenmünze entspricht die Verdrängung rund 1,6 Millilitern, weshalb ein Messzylinder mit feiner Teilung nötig ist. Bei Legierungen liegt die Dichte niedriger und lässt sich aus dem Feingehalt errechnen, ein 585er Gelbgold kommt auf etwa 13,1.
Warum der Magnet wenig sagt
Gold ist diamagnetisch und wird von einem Magneten nicht angezogen. Das gilt aber auch für Kupfer, Messing, Aluminium und Blei, also für die meisten Materialien, aus denen Fälschungen bestehen. Der Magnettest schließt nur Stahl und Eisen aus, und damit die einfachsten Fälschungen. Wirklich aussagekräftig wird er in einer anderen Form: Lässt man einen starken Neodymmagneten über eine schräg gestellte Goldfläche gleiten, bremst er sichtbar ab, weil im Gold Wirbelströme entstehen. Bei einer Fälschung aus Wolfram fehlt dieser Effekt weitgehend, weil Wolfram deutlich schlechter leitet.
Die Strichprobe
Beim Strichtest wird das Stück über einen Prüfstein aus Kieselschiefer gezogen und der zurückbleibende Metallabrieb mit Säuren unterschiedlicher Stärke betupft. Für 333, 585, 750 und 900 gibt es jeweils eine eigene Prüfsäure. Löst sich der Strich auf, liegt der Feingehalt unter der geprüften Stufe. Der Test ist schnell, billig und für Altgold der Standard im Ankauf. Seine Schwäche ist die Oberfläche: Ein vergoldetes Stück mit dicker Auflage kann die Probe bestehen, wenn nicht tief genug gestrichen wird.
Röntgenfluoreszenz und Ultraschall
Die Röntgenfluoreszenzanalyse misst die Zusammensetzung berührungslos und in Sekunden, erfasst aber ebenfalls nur die obersten Mikrometer. Gegen einen Kern aus Wolfram hilft sie nicht. Dort greift die Ultraschallprüfung: Die Schallgeschwindigkeit in Gold liegt bei rund 3.240 Metern je Sekunde, in Wolfram bei rund 5.180. Ein Prüfgerät erkennt den Unterschied zuverlässig, ohne den Barren zu beschädigen. Für Anlagebarren ab 100 Gramm ist das die sinnvolle Prüfung.
Was Händler tatsächlich tun
Im Ankauf wird zuerst gesichtet, dann gewogen, dann gestrichen oder geröntgt. Bei größeren Posten und bei Barren kommt die Ultraschallprüfung dazu, bei sehr großen Posten die Kupellation, also die Feuerprobe im Labor, die als einziges Verfahren den Feingehalt auf Zehntelpromille genau bestimmt. Sie zerstört die Probe und lohnt erst ab mehreren Kilogramm. Für Sie als Privatperson gilt: Kaufen Sie im Handel mit Rechnung, dann tragen Sie das Echtheitsrisiko nicht allein. Bei einem Privatkauf ohne Beleg tragen Sie es vollständig, und dann ist die Dichtebestimmung vor der Übergabe das Mindeste. Sie kostet zehn Minuten und braucht keine Ausrüstung, die man nicht in jeder Küche fände.
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
- Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren (Gesetze im Internet)