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Wie zuverlässig ist der Magnettest bei Gold?

Der Magnettest ist der bekannteste Goldtest und der am meisten überschätzte. Er beantwortet eine einzige Frage, und es ist selten die entscheidende.

Wie zuverlässig ist der Magnettest bei Gold?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Er schließt nur Eisen und Stahl aus. Kupfer, Messing, Blei und Wolfram sind ebenfalls nicht magnetisch, und genau daraus bestehen die meisten Fälschungen.

Was er ausschließt

Gold ist diamagnetisch, es wird von einem Magneten also nicht angezogen, sondern minimal abgestoßen. Bleibt ein angeblicher Goldbarren am Magneten hängen, enthält er ferromagnetisches Material, praktisch immer Eisen oder Nickel. Das kommt vor, etwa bei billigen Souvenirbarren oder bei Ketten mit Stahlkern. Insofern ist der Test nicht wertlos: Er kostet nichts und erkennt die plumpeste Fälschungsart in einer Sekunde.

Was er nicht ausschließt

Nicht magnetisch sind auch Kupfer, Messing, Bronze, Aluminium, Zinn, Blei und Wolfram. Damit besteht praktisch jede ernst gemeinte Fälschung den Magnettest. Besonders heikel ist Wolfram: Es hat eine Dichte von 19,25 Gramm je Kubikzentimeter und liegt damit nur 0,4 Prozent unter Gold mit 19,32. Ein vergoldeter Wolframkern besteht Magnettest, Sichtprüfung und Wiegen, und bei sorgfältiger Arbeit auch die Dichtebestimmung, weil die Abweichung im Bereich der Messunsicherheit einer Haushaltswaage liegt.

Die brauchbare Variante des Tests

Aussagekräftiger ist der Wirbelstromtest. Legen Sie eine Goldmünze auf eine schräge, nicht magnetische Fläche und lassen Sie einen starken Neodymmagneten darüber gleiten: Er bremst deutlich ab, weil das Magnetfeld im gut leitenden Gold Wirbelströme induziert, die ihm entgegenwirken. Bei Silber ist der Effekt noch stärker, bei Wolfram und bei Messing deutlich schwächer. Der Test braucht Übung und einen Vergleichsgegenstand, liefert dann aber ein Ergebnis, das über die reine Magnetfrage hinausgeht.

Kombination schlägt Einzeltest

Kein Verfahren allein ist sicher. Magnet plus Maße plus Gewicht schließen bei genormten Anlagemünzen schon sehr viel aus, weil Durchmesser, Dicke und Masse festgelegt sind und eine Fälschung nicht alle drei gleichzeitig treffen kann, wenn das Material eine andere Dichte hat. Bei einem Krügerrand mit 33,93 Gramm Gesamtmasse, 32,77 Millimetern Durchmesser und 2,84 Millimetern Dicke ist der Spielraum sehr klein.

Wann Sie zum Fachmann müssen

Bei Barren ab 100 Gramm, bei losen Stücken ohne Verpackung und bei jedem Angebot deutlich unter Marktpreis reicht keine Prüfung, die man am Küchentisch machen kann. Dort gehört ein Ultraschalltest oder eine Röntgenfluoreszenzanalyse hin, beides bieten Scheideanstalten und größere Händler an, oft für 20 Euro bis 50 Euro je Stück. Gemessen an einem Barrenwert im vierstelligen Bereich ist das kein nennenswerter Betrag. Wer diese Prüfung scheut, sollte den Kauf lassen: Die Ersparnis eines Privatkaufs steht in keinem Verhältnis zum Totalverlust bei einer guten Fälschung. Als Faustregel für den Alltag: Der Magnettest gehört an den Anfang jeder Prüfung, weil er nichts kostet, und er gehört nie ans Ende. Wer nur ihn macht, hat geprüft, ob die Fälschung billig war, nicht ob es Gold ist. Bei Anlagemünzen bringt der Vergleich von Durchmesser, Dicke und Masse gegen die Normwerte mehr Sicherheit als jeder Magnet, und er braucht nur einen Messschieber für rund 15 Euro. Bei Barren führt kein Weg an einer Prüfung vorbei, die in die Tiefe misst.

Quellen
  1. Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.