Wie erkennt man einen gefälschten Krügerrand?
Der Krügerrand ist die meistgefälschte Anlagemünze der Welt, weil er die meistverkaufte ist. Seine Prüfung ist trotzdem einfach, weil alle Maße festliegen.
Bild: KI-erzeugtÜber die Normmaße. Die Unzenmünze wiegt 33,93 Gramm, misst 32,77 Millimeter im Durchmesser und 2,84 Millimeter in der Dicke. Weicht eines davon ab, stimmt etwas nicht.
Die vier Zahlen, die zusammenpassen müssen
Die Unzenmünze enthält genau 1 Feinunze Gold, also 31,1035 Gramm, hat aber eine Gesamtmasse von 33,93 Gramm. Der Unterschied ist Kupfer: Der Krügerrand ist eine 916,7er Legierung, also 22 Karat, was ihm den rötlichen Ton und eine hohe Kratzfestigkeit gibt. Der Durchmesser beträgt 32,77 Millimeter, die Dicke 2,84 Millimeter. Diese vier Werte hängen über die Dichte zusammen. Eine Fälschung aus einem leichteren Material kann entweder die Masse oder die Maße treffen, aber nicht beides. Ein Messschieber für rund 15 Euro und eine Waage mit 0,01 Gramm Auflösung genügen für diese Prüfung, und sie dauert eine Minute.
Der Klangtest
Eine echte Münze klingt beim Anschlagen hell und lange nach, weil Gold und Kupfer eine hohe Elastizität haben. Legierungen aus Blei oder Zink klingen dumpf und brechen schnell ab. Balancieren Sie die Münze auf einer Fingerspitze und schlagen Sie sie leicht mit einer zweiten Münze an. Der Test ist subjektiv und ersetzt keine Messung, aber er fällt sofort auf, wenn etwas nicht stimmt, und er kostet nichts. Wer mehrere Stücke vergleicht, hört den Unterschied auch ohne Übung.
Was Fälscher richtig hinbekommen
Prägebild, Randriffelung und Farbe sind heute regelmäßig gut nachgemacht. Auch das Gewicht stimmt bei besseren Fälschungen, weil ein Wolframkern mit 19,25 Gramm je Kubikzentimeter fast dieselbe Dichte hat wie Gold mit 19,32. Bei einer Münze ist ein solcher Kern allerdings schwierig herzustellen, weil das Prägebild bis in die Ränder reichen muss und Wolfram extrem hart ist. Verbreiteter sind deshalb Fälschungen aus vergoldetem Messing oder Kupfer, und die scheitern an der Masse: Bei gleichem Durchmesser und gleicher Dicke wiegen sie deutlich unter 33,93 Gramm.
Die verräterischen Details
Prüfen Sie die Randriffelung auf gleichmäßige Teilung und die Prägekante auf Grat. Gegossene Fälschungen zeigen häufig kleine Poren im Feld und weiche Kanten an den Buchstaben, weil beim Gießen keine so scharfen Konturen entstehen wie beim Prägen. Vergleichen Sie außerdem die Ausrichtung von Vorder- und Rückseite: Beim Krügerrand stehen beide Seiten gleich, eine verdrehte Prägung ist ein Warnzeichen.
Wann Sie messen lassen sollten
Bei einem einzelnen Stück aus dem Handel mit Rechnung genügt die eigene Prüfung. Bei einem Privatkauf, bei einem größeren Posten oder bei einem Preis unter Markt gehört das Stück zu einer Scheideanstalt oder einem Händler mit Ultraschallprüfung. Diese misst die Schallgeschwindigkeit im Material, die in Gold bei rund 3.240 Metern je Sekunde liegt und in Wolfram bei rund 5.180. Damit fällt auch ein perfekt gewichteter Kern auf. Die Prüfung kostet meist zwischen 20 Euro und 50 Euro und ist bei einem Stückwert im vierstelligen Bereich keine ernsthafte Belastung. Wer sie scheut, sollte den Kauf lassen.