Wie prüft man die Dichte von Gold zu Hause?
Der Test braucht eine Küchenwaage, ein Glas Wasser und einen Faden. Er erkennt jede Fälschung aus Messing, Kupfer, Blei oder Stahl und kostet nichts.
Bild: KI-erzeugtWiegen, dann in Wasser getaucht erneut wiegen. Gewicht geteilt durch die Gewichtsdifferenz ergibt die Dichte. Bei Feingold müssen 19,32 Gramm je Kubikzentimeter herauskommen.
Der Ablauf
Wiegen Sie das Stück trocken und notieren Sie die Masse. Stellen Sie dann ein Glas Wasser auf die Waage und tarieren Sie auf null. Hängen Sie das Stück an einem dünnen Faden vollständig ins Wasser, ohne dass es Boden oder Wand berührt. Die Waage zeigt jetzt die Masse des verdrängten Wassers an, und weil Wasser eine Dichte von rund 1 Gramm je Kubikzentimeter hat, entspricht diese Zahl unmittelbar dem Volumen in Kubikzentimetern. Die Dichte ergibt sich aus Trockenmasse geteilt durch dieses Volumen.
Die Zielwerte
Feingold liegt bei 19,32 Gramm je Kubikzentimeter. Eine 750er Legierung erreicht je nach Zusammensetzung rund 15,5, eine 585er rund 13,1, Silber 10,49, Blei 11,34, Messing rund 8,5 und Edelstahl rund 7,9. Der Abstand zwischen Gold und allen gängigen Fälschungsmaterialien ist so groß, dass selbst eine ungenaue Messung ihn zeigt. Nur Wolfram mit 19,25 liegt zu nah, dort versagt das Verfahren.
Wo Fehler entstehen
Luftblasen am Stück verfälschen das Volumen nach oben und die Dichte nach unten, deshalb vor dem Ablesen leicht bewegen. Der Faden sollte so dünn wie möglich sein und die Wasseroberfläche nur minimal durchstoßen. Bei Ketten und Hohlschmuck bleibt Luft in Zwischenräumen, dort ist das Ergebnis nicht brauchbar. Und die Waage muss auf 0,1 Gramm auflösen, besser auf 0,01: Bei einer Unzenmünze beträgt das verdrängte Volumen nur rund 1,6 Kubikzentimeter, und ein Fehler von 0,1 Gramm verschiebt das Ergebnis bereits um über 1 Gramm je Kubikzentimeter.
Was bei Legierungen gilt
Da die Dichte vom Feingehalt abhängt, lässt sich aus ihr umgekehrt der Feingehalt abschätzen, wenn die Beimetalle bekannt sind. Bei unbekannter Legierung geht das nicht sauber, weil Palladium, Silber und Kupfer verschieden schwer sind. Für die Frage nach der Echtheit reicht es trotzdem: Ein angeblich 750er Ring, der auf 9 kommt, ist kein Gold, unabhängig davon, welche Legierung man annimmt.
Wann der Test genügt
Bei einem Privatkauf vor der Übergabe ist er das Mindeste und schließt die häufigsten Fälschungen aus. Bei Barren ab 100 Gramm ersetzt er die Ultraschallprüfung nicht, weil Wolframkerne genau in seiner Messunsicherheit verschwinden. Bei Anlagemünzen ist der Vergleich von Durchmesser, Dicke und Masse gegen die Normwerte oft schneller und ebenso aussagekräftig.
Der praktische Rat
Üben Sie das Verfahren einmal an einem Stück, dessen Zusammensetzung Sie kennen, etwa an einem eigenen 585er Ring. Dann wissen Sie, welche Streuung Ihre Waage und Ihr Vorgehen erzeugen, und können ein Ergebnis einordnen. Wer den Test zum ersten Mal beim Kauf einer 2.000-Euro-Münze anwendet, misst richtig und traut dem Ergebnis trotzdem nicht. Und noch ein Hinweis zur Genauigkeit: Mit einer Waage, die auf 0,01 Gramm auflöst, liegt die erreichbare Streuung bei einer Unzenmünze in der Größenordnung von 0,2 Gramm je Kubikzentimeter. Das genügt, um Gold von Messing zu trennen, nicht aber, um 750er von 585er Gold zu unterscheiden.