Wie lange dauert die Auszahlung beim Goldankauf?
Die Frage entscheidet oft über den Weg, den jemand wählt. Sie lässt sich für alle drei üblichen Varianten genau beantworten.
Bild: KI-erzeugtIm Ladengeschäft sofort, per Überweisung meist 1 bis 2 Bankarbeitstage. Beim Versand an eine Scheideanstalt vergehen bis zur Abrechnung häufig 5 bis 15 Arbeitstage.
Im Ladengeschäft
Hier wird gewogen, geprüft, ein Preis genannt und sofort gezahlt. Der ganze Vorgang dauert bei einem überschaubaren Posten 15 bis 30 Minuten, bei einem gemischten Nachlass mit vielen Einzelteilen auch eine Stunde. Bar ausgezahlt wird meist bis zu einem Betrag, den das Haus vorhält, häufig 2.000 bis 5.000 Euro. Darüber läuft es über Überweisung, weil größere Bargeldbestände im Laden ein eigenes Risiko sind.
Warum ab 2.000 Euro länger gefragt wird
Ab dieser Schwelle greift die geldwäscherechtliche Identifizierung. Aufgenommen werden Name, Geburtsort, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und Anschrift sowie Art, Nummer und ausstellende Behörde des Ausweises. Das kostet fünf Minuten und ist keine Verzögerungstaktik. Wer den Ausweis vergessen hat, kann in diesem Fall nicht bedient werden, und dann dauert es einen zweiten Weg.
Bei Überweisung
Nach Abschluss dauert eine SEPA-Überweisung innerhalb Deutschlands in der Regel einen Bankarbeitstag, bei später Auftragserteilung zwei. Wichtig ist, wann der Händler den Auftrag erteilt: manche buchen täglich, andere sammeln und überweisen zweimal in der Woche. Fragen Sie danach, bevor Sie zustimmen, und lassen Sie sich den Zeitpunkt auf dem Beleg vermerken.
Beim Versand an eine Scheideanstalt
Hier kommt der eigentliche Zeitfaktor. Nach Eingang wird das Material eingeschmolzen, homogenisiert, eine Probe entnommen und analysiert. Je nach Haus und Auslastung vergehen bis zur Abrechnung 5 bis 15 Arbeitstage, in Spitzenzeiten länger. Der Kurs wird zu einem vereinbarten Zeitpunkt fixiert, oft am Eingangstag oder am Tag der Analyse. Klären Sie das vorher, denn zwischen beiden Terminen können mehrere Prozent liegen.
Was den Vorgang verzögert
Fehlende Ausweisdaten, ein Posten mit vielen verschiedenen Feingehalten, Steine, die einzeln ausgefasst werden müssen, und bei Nachlässen die fehlende Vollmacht der Miterben. Jeder dieser Punkte lässt sich vorher erledigen. Wer mit Ausweis, Erbschein, Vollmacht und einer eigenen Aufstellung erscheint, verkürzt den Termin spürbar.
Was Sie daraus mitnehmen
Für kleine Posten bis rund 2.000 Euro ist der Laden vor Ort der schnellste Weg und praktisch ohne Wartezeit. Für größere Posten ab etwa 300 Gramm Bruchgold lohnt die Scheideanstalt trotz Wartezeit, weil der Auszahlungssatz höher liegt: Bei einem Materialwert von rund 13.545 Euro machen 6 Prozentpunkte Unterschied etwa 813 Euro aus, und dafür sind zwei Wochen Wartezeit ein guter Tausch. Wer das Geld sofort braucht, zahlt diese 813 Euro für die Geschwindigkeit, und das sollte eine bewusste Entscheidung sein und keine, die sich aus Ungeduld ergibt. Ein Punkt zur Vorbereitung, der sich immer auszahlt: Rufen Sie bei größeren Posten vorher an und nennen Sie die ungefähre Menge. Häuser mit begrenzter Kasse legen dann Bargeld zurück oder bereiten die Überweisung vor, und die Prüfung wird eingeplant statt zwischen Laufkundschaft erledigt. Bei einem Nachlass mit 40 Einzelteilen ist das der Unterschied zwischen einem Termin von 30 Minuten und einem von 2 Stunden, und die Sorgfalt der Bewertung profitiert ebenfalls davon. Ein Anruf am Vortag genügt dafür vollkommen.
- § 10 GwG, Allgemeine Sorgfaltspflichten (Gesetze im Internet)
- § 280 BGB, Schadensersatz wegen Pflichtverletzung (Gesetze im Internet)