Wie viel Gramm hat eine Feinunze Gold?
Die Zahl steht hinter fast jeder Preisangabe im Edelmetallhandel, und sie wird regelmäßig mit der falschen Unze verwechselt.
Bild: KI-erzeugtEine Feinunze wiegt 31,1034768 Gramm. Sie ist nicht identisch mit der Handelsunze von 28,349 Gramm, mit der Lebensmittel gewogen werden.
Zwei Unzen, ein Wort
Die Feinunze, englisch troy ounce, ist die Einheit des Edelmetallhandels und misst 31,1034768 Gramm. Die Handelsunze, englisch avoirdupois ounce, misst 28,349523125 Gramm und wird für alles andere verwendet. Der Unterschied von rund 9,6 Prozent ist groß genug, um bei einer Rechnung über mehrere Unzen dreistellige Beträge zu verschieben. Wer eine Preisangabe aus einer englischsprachigen Quelle umrechnet, sollte deshalb prüfen, welche Unze gemeint ist. Im Edelmetallkontext ist es praktisch immer die Feinunze.
Woher die Zahl kommt
Das Troy-System stammt aus dem mittelalterlichen Handel und teilt die Feinunze in 20 Pennyweight zu je 24 Grain. Zwölf Feinunzen ergeben ein Troy-Pfund, nicht sechzehn wie beim Handelspfund. Im metrischen System hat sich davon nur die Feinunze gehalten, weil die internationalen Goldmärkte in dieser Einheit handeln und der Umstieg jede historische Reihe gebrochen hätte. Gesetzliche Einheit im amtlichen Verkehr ist in Deutschland das Kilogramm, Preisangaben in Feinunzen sind Handelsbrauch, keine Vorschrift.
Umrechnung im Kopf
Eine Feinunze sind rund 31,1 Gramm, ein Kilogramm sind rund 32,15 Feinunzen. Notiert der Markt eine Feinunze bei 2.400 Euro, entspricht das rund 77,17 Euro je Gramm. Bei einem 585er Ring von 8 Gramm sind 4,68 Gramm Feingold enthalten, also rund 361 Euro Materialwert. Vom Ankaufpreis geht davon noch die Spanne des Händlers ab. Diese Kette aus drei Rechenschritten, Bruttogewicht mal Feingehalt mal Grammpreis, ist die einzige, die man beim Ankauf wirklich braucht.
Wo die Genauigkeit anfängt zu zählen
Handelswaagen im Ankauf wiegen üblicherweise auf 0,01 Gramm genau, geeichte Feinwaagen auf 0,001 Gramm. Bei einem Grammpreis um 77 Euro entspricht ein Hundertstelgramm rund 77 Cent, bei einem Posten von 200 Gramm summieren sich Rundungen also spürbar. Eine im Ankauf verwendete Waage muss geeicht sein, die Eichfrist beträgt für nichtselbsttätige Waagen dieser Klasse 2 Jahre. Die Eichmarke ist sichtbar angebracht, und Sie dürfen danach fragen.
Brutto, netto und die dritte Zahl
Beim Ankauf tauchen drei Gewichte auf, und nur eines zählt für das Geld. Das Bruttogewicht ist alles, was auf der Waage liegt, inklusive Steinen, Stahlfedern und Verschlüssen. Das Nettogewicht ist das Edelmetall nach Abzug fremder Bestandteile. Das Feingewicht ist der Goldanteil daraus. Bei einem Ring mit Brillant von 4,2 Gramm können nach Abzug des Steins 3,8 Gramm Metall bleiben, davon bei 585 rund 2,22 Gramm Feingold. Der Auszahlungsbetrag bezieht sich auf die letzte Zahl. Achten Sie darauf, dass der Beleg alle drei ausweist. Steht dort nur ein Betrag, lässt sich später nicht mehr prüfen, ob korrekt gerechnet wurde. Steine werden übrigens meist nicht vergütet, auch nicht der Brillant, es sei denn, Sie verlangen ihn ausdrücklich zurück oder lassen ihn gesondert bewerten.