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Goldhandel · Unterschiede

Was ist der Unterschied zwischen Feingehalt und Karat?

Zwei Zahlen für dieselbe Sache, und beide begegnen einem im Handel. Die Umrechnung ist eine Division.

Was ist der Unterschied zwischen Feingehalt und Karat?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Beides beschreibt denselben Goldanteil in anderer Skala. Feingehalt zählt in Tausendsteln, Karat in Vierundzwanzigsteln. 750 Tausendstel entsprechen 18 Karat.

Die beiden Skalen

Der Feingehalt gibt an, wie viele Tausendstel der Masse aus Gold bestehen. 750 bedeutet 750 von 1.000 Teilen. Die Karatangabe teilt dieselbe Masse in 24 Teile: 24 Karat sind reines Gold, 18 Karat sind 18 von 24 Teilen. Die Umrechnung lautet Karat geteilt durch 24 mal 1.000. 18 geteilt durch 24 ergibt 0,75, also 750 Tausendstel.

Die gängigen Entsprechungen

8 Karat entsprechen 333, 9 Karat 375, 14 Karat 585, 18 Karat 750, 21,6 Karat 900 und 22 Karat 916,7. Die Zahl 585 wirkt krumm, weil sie historisch 14 Karat abbildet, also 14 geteilt durch 24, was 583,3 ergibt. Die deutsche Norm rundete auf 585 auf, damit die Legierung die Angabe sicher erreicht. Dieselbe Logik erklärt 375 statt 375,0 und 750 statt 749,9.

Warum es zwei Systeme gibt

Karat stammt aus dem angelsächsischen und arabischen Raum und wird dort bis heute verwendet. In Deutschland und weiten Teilen Europas hat sich der Feingehalt in Tausendsteln durchgesetzt, weil er metrisch ist und direkt in die Preisrechnung eingeht: Gewicht mal Feingehalt ergibt das Feingewicht. Beide Angaben sind gleichwertig, nur die Skala unterscheidet sich.

Die Verwechslung mit dem Diamantkarat

Beim Diamanten bedeutet Karat etwas völlig anderes, nämlich eine Masse von 0,2 Gramm. Ein Brillant von 1 Karat wiegt 0,2 Gramm. Mit dem Feingehalt des Metalls hat das nichts zu tun. Ein Ring aus 18 Karat Gold mit einem Brillanten von 0,5 Karat trägt also zwei völlig verschiedene Karatangaben, und wer sie verwechselt, rechnet Unsinn.

Was auf deutschem Schmuck steht

Fast immer der Feingehalt in Tausendsteln, also 333, 375, 585, 750 oder 900. Karatangaben wie 14K oder 18K weisen auf Import hin, häufig aus den Vereinigten Staaten, dem Nahen Osten oder Asien. Beides ist zulässig, solange die Angabe stimmt. Eine Stempelpflicht gibt es in Deutschland nicht, wer aber stempelt, haftet für die Richtigkeit.

Die praktische Rechnung

Für den Verkauf brauchen Sie nur den Feingehalt, weil damit das Feingewicht bestimmt wird. Bei einem 14K-Ring von 7 Gramm rechnen Sie 14 geteilt durch 24 mal 7, also rund 4,08 Gramm Feingold. Bei einem Kurs von 77,40 Euro je Gramm ergibt das rund 316 Euro Materialwert, und davon bekommen Sie bei einem Auszahlungssatz von 92 Prozent rund 291 Euro. Diese Kette aus drei Schritten funktioniert mit jeder Skala, sobald Sie sie einmal umgerechnet haben. Zum Merken eine Faustregel ohne Taschenrechner: Karat mal 42 ergibt näherungsweise den Feingehalt in Tausendsteln. 14 mal 42 sind 588, tatsächlich sind es 585. 18 mal 42 sind 756, tatsächlich 750. Der Fehler liegt unter 1 Prozent und reicht, um am Tresen einzuordnen, ob eine Angabe plausibel ist. Für die Abrechnung nehmen Sie danach den genauen Wert. Notieren Sie sich die vier gängigen Paare, dann brauchen Sie die Faustregel nur noch bei ungewöhnlichen Angaben aus dem Ausland.

Quellen
  1. Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren (Gesetze im Internet)
  2. Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.