Was ist der Unterschied zwischen Rotgold, Roségold und Gelbgold?
Die Farbe eines Goldschmuckstücks sagt nichts über seinen Wert. Sie sagt etwas darüber, was neben dem Gold in der Legierung steckt.
Bild: KI-erzeugtDer Goldanteil ist derselbe, nur die Beimetalle unterscheiden sich. Viel Kupfer ergibt Rotgold, weniger Kupfer mit etwas Silber Roségold, ausgewogene Anteile Gelbgold.
Dieselbe Zahl, andere Mischung
Bei 750er Gold sind immer 750 Tausendstel Gold enthalten, in allen drei Farbvarianten. Über die verbleibenden 250 Tausendstel entscheidet der Hersteller. Viel Kupfer und wenig Silber ergeben Rotgold, das in Osteuropa traditionell verbreitet ist. Eine mittlere Kupfermenge ergibt Roségold mit seinem zurückhaltenden Rosaton. Etwa gleiche Anteile Kupfer und Silber ergeben klassisches Gelbgold. Der Materialwert ist in allen Fällen identisch, weil weder Kupfer noch Silber in diesen Mengen nennenswert zu Buche schlagen.
Was die Beimetalle sonst bewirken
Kupfer härtet. Rotgold ist deshalb widerstandsfähiger als Gelbgold gleicher Feinheit und für filigrane Fassungen beliebt. Es läuft allerdings eher an, weil Kupfer an der Luft oxidiert, besonders bei häufigem Kontakt mit Schweiß oder Reinigungsmitteln. Silber macht die Legierung weicher und heller. Bei sehr hohem Kupferanteil kann ein Ring über Jahre eine dunklere Tönung annehmen, die sich auspolieren lässt, aber wiederkommt.
Warum die Farbe beim Ankauf keine Rolle spielt
Der Ankäufer misst den Feingehalt und rechnet gegen den Tageskurs. Ob das Stück rot, rosa oder gelb ist, ändert daran nichts. Ein Rotgoldring von 6 Gramm mit 750er Punze enthält 4,5 Gramm Feingold, genau wie ein gelber Ring gleichen Gewichts. Wer für Roségold einen Aufpreis angeboten bekommt, sollte nachfragen: Er bezieht sich dann auf Design oder Marke, nicht auf das Material.
Der Sonderfall Weißgold
Weißgold gehört nicht in dieselbe Reihe, weil dort nicht die Farbe abgemischt, sondern überdeckt wird. Zugesetzt werden Palladium oder Nickel, und zusätzlich wird meist rhodiniert. Ein Weißgoldring ist deshalb pflegeintensiver als ein Gelb- oder Rotgoldring: Die Rhodiumschicht nutzt sich nach 1 bis 3 Jahren ab und wird für 40 Euro bis 90 Euro erneuert. Bei den drei warmen Farbtönen entfällt das vollständig.
Was Sie beim Kauf beachten sollten
Achten Sie darauf, dass alle Teile eines Sets aus derselben Legierung stammen. Ein Roségoldring neben einer Gelbgoldkette wirkt schnell zufällig, und beim späteren Ergänzen ist der genaue Farbton schwer zu treffen, weil jeder Hersteller eine eigene Mischung fährt. Lassen Sie sich bei einer Anfertigung die Zusammensetzung nennen und notieren Sie sie. Bei einer Reparatur nach Jahren spart das dem Goldschmied das Anpassen und Ihnen den Farbunterschied an der Lötstelle, der sich nachträglich nicht mehr korrigieren lässt. Eine letzte Einordnung zur Haltbarkeit: Rotgold mit hohem Kupferanteil erreicht Härtewerte, die deutlich über denen von Gelbgold liegen, was bei schmalen Ringschienen unter 2 Millimetern Stärke den Unterschied zwischen jahrzehntelanger Formstabilität und regelmäßigem Nachrichten ausmacht. Wer viel mit den Händen arbeitet, fährt damit besser als mit einer weicheren Legierung. Wer dagegen empfindlich auf Kupfer reagiert, sollte den Anteil vorher erfragen: Bei 750er Rotgold können 250 Tausendstel praktisch vollständig Kupfer sein. Fragen Sie im Zweifel nach dem Datenblatt der Legierung.