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Worin unterscheiden sich 585er und 750er Gold?

Die beiden Zahlen sind die häufigsten Punzen auf deutschem Schmuck, und sie beschreiben nichts anderes als den Goldanteil in Tausendsteln.

Worin unterscheiden sich 585er und 750er Gold?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

585er Gold besteht zu 58,5 Prozent aus Feingold, 750er zu 75 Prozent. 750er ist wertvoller und farbintensiver, 585er härter und alltagstauglicher.

Der Rechenweg

585 bedeutet 585 Teile Feingold auf 1.000 Teile Metall, also 58,5 Prozent. 750 bedeutet 75 Prozent. In der angelsächsischen Karatangabe entspricht 585 rund 14 Karat und 750 genau 18 Karat, weil dort 24 Karat für reines Gold stehen. Ein Ring von 6 Gramm enthält also bei 585 rund 3,51 Gramm Feingold, bei 750 rund 4,5 Gramm. Der Materialwert unterscheidet sich damit um etwa 28 Prozent, bei identischem Gewicht und identischer Form. Genau das erklärt, warum zwei optisch gleiche Trauringe im Ankauf so unterschiedlich bewertet werden.

Was Sie im Alltag merken

Höherer Goldanteil bedeutet weicheres Metall. 750er Gold zerkratzt schneller, verbiegt eher und nutzt sich an den Kanten stärker ab. 585er ist für einen Ring, der täglich getragen wird, die robustere Wahl, besonders bei handwerklicher Arbeit. Farblich ist 750er satter und wärmer, 585er wirkt blasser, weil ein größerer Anteil der Legierung aus Silber und Kupfer besteht. Bei Weißgold zeigt sich das anders herum: 585er Weißgold wirkt oft gräulicher und wird deshalb häufiger rhodiniert, also mit einer dünnen Schicht Rhodium überzogen, die nach einigen Jahren erneuert werden muss.

Was beim Ankauf zählt

Bewertet wird ausschließlich der Feingoldanteil. Der Händler wiegt, prüft den Feingehalt und rechnet gegen den Tageskurs. Eine 750er Kette von 20 Gramm enthält 15 Gramm Feingold, eine 585er Kette gleichen Gewichts 11,7 Gramm. Die Differenz von 3,3 Gramm entscheidet über mehrere hundert Euro. Steine, Verschlüsse aus Stahl und Lötstellen werden abgezogen, weshalb das Bruttogewicht selten dem verrechneten Gewicht entspricht.

Warum die Punze allein nicht genügt

Die Punze ist eine Herstellerangabe, keine amtliche Prüfung. In Deutschland besteht keine Pflicht zur Stempelung, wer aber stempelt, muss korrekt stempeln, und die Angabe darf den tatsächlichen Feingehalt nicht überschreiten. Im Ankauf wird deshalb grundsätzlich nachgemessen, meist per Röntgenfluoreszenz oder Strichprobe. Bei Altschmuck aus dem Ausland weichen Punze und tatsächlicher Gehalt häufiger ab, ohne dass Betrug dahintersteht: Andere Länder kennen andere Toleranzen und andere übliche Feingehalte, etwa 417 oder 833.

Wenn beide Feingehalte in einem Stück stecken

Bei Reparaturen wird häufig mit einem Lot gearbeitet, das einen niedrigeren Feingehalt hat als das Werkstück, weil es sonst nicht vor dem Ring schmelzen würde. Ein 750er Ring kann deshalb Lötstellen mit 585 oder darunter enthalten. Bei einem einzelnen Ring fällt das nicht ins Gewicht, bei einem größeren Posten Bruchgold schon: Die Röntgenfluoreszenz misst nur die Oberfläche, und wenn sie zufällig auf einer Lötstelle sitzt, fällt der gemessene Wert zu niedrig aus. Seriöse Ankäufer messen deshalb an mehreren Punkten oder greifen bei größeren Posten zur Strichprobe. Fragen Sie nach, an wie vielen Stellen gemessen wurde, wenn ein Ergebnis deutlich unter der Punze liegt. Bei Ketten mit angelötetem Verschluss und bei Broschen mit Nadel aus Stahl ist eine Einzelbewertung ohnehin genauer als eine Sammelmessung.

Quellen
  1. Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren (Gesetze im Internet)
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.