Was kostet ein Bankschließfach für Gold?
Das Schließfach ist die naheliegende Lösung für physisches Gold, und es ist billiger, als die meisten schätzen. Teuer wird nur die Versicherung.
Bild: KI-erzeugtJe nach Größe und Institut zwischen 40 Euro und 150 Euro im Jahr. Der Inhalt fällt nicht unter die Einlagensicherung, die pauschale Deckung liegt oft bei 20.000 Euro.
Die Miete
Banken und Sparkassen verlangen für ein kleines Fach von etwa 5 Zentimetern Höhe meist zwischen 40 Euro und 70 Euro im Jahr, für mittlere Größen 80 Euro bis 120 Euro, für große Fächer bis 150 Euro und mehr. Kunden mit einem Konto beim selben Institut zahlen oft weniger oder bekommen ein kleines Fach im Kontopaket. Die Wartezeit ist vielerorts das größere Hindernis als der Preis: In Ballungsräumen sind Fächer knapp, und Institute vergeben sie bevorzugt an bestehende Kunden.
Was die Bank haftungsrechtlich schuldet
Der Schließfachvertrag ist ein Mietvertrag mit Verwahrelementen. Die Bank schuldet die Bereitstellung eines gesicherten Raums, nicht die Sicherheit des Inhalts. Sie weiß nicht, was im Fach liegt, und will es auch nicht wissen. Kommt es zu einem Einbruch, haftet sie bei eigenem Verschulden, aber die Höhe ist regelmäßig durch die Bedingungen begrenzt. Übliche pauschale Deckungssummen liegen bei 20.000 Euro, höhere Beträge kosten Aufpreis und verlangen eine Wertangabe.
Die Einlagensicherung greift nicht
Ein verbreiteter Irrtum: Die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro je Kunde und Institut schützt Guthaben auf Konten, nicht Sachen im Schließfach. Wird die Bank insolvent, bleibt Ihr Gold Ihr Eigentum und fällt nicht in die Insolvenzmasse, weil Sie es nie übereignet haben. Sie haben einen Herausgabeanspruch. Das ist im Ergebnis besser als eine Sicherung, setzt aber voraus, dass Sie nachweisen können, was im Fach lag.
Der Nachweis ist Ihre Aufgabe
Führen Sie ein Verzeichnis mit Fotos, Gewichten und Seriennummern und bewahren Sie es außerhalb des Fachs auf. Ohne diese Liste steht im Schadensfall Ihre Behauptung gegen die Beweislage, und die Beweislast liegt bei Ihnen. Aktualisieren Sie das Verzeichnis bei jedem Zugang, das dauert zwei Minuten. Rechnungen der Käufe gehören daneben, sie belegen Herkunft und Anschaffungszeitpunkt in einem.
Die Alternative zu Hause
Ein Wertschutzschrank mit anerkanntem Widerstandsgrad kostet je nach Klasse zwischen 400 Euro und mehreren tausend Euro und muss verankert sein, um die versprochene Deckung zu erreichen. Die Hausratversicherung deckt Wertsachen ohne solchen Schrank oft nur bis zu einem Anteil der Versicherungssumme, häufig 20 Prozent, und Bargeld und Edelmetall nochmals gedeckelt. Wer 20.000 Euro in Gold zu Hause hält, sollte diese Klauseln lesen, bevor er sich sicher fühlt.
Was die Rechnung am Ende ergibt
Bei einem Bestand von 20.000 Euro entsprechen 90 Euro Fachmiete rund 0,45 Prozent im Jahr. Das ist mehr als die laufenden Kosten eines Wertpapierdepots und weniger als die Spanne eines einzigen Kaufs. Wer Gold über 10 Jahre halten will, sollte diese Kosten in die Renditeerwartung einrechnen: 900 Euro über die Laufzeit sind kein Rundungsfehler. Wer dagegen nur wenige Münzen hält, fährt mit einem kleinen Fach für 40 Euro günstiger als mit jeder Versicherungslösung zu Hause. Ein letzter Hinweis zum Zugang: Die meisten Institute lassen den Zutritt nur zu den Schalterzeiten zu, oft an 5 Tagen in der Woche und selten nach 16 Uhr. Wer schnellen Zugriff braucht, etwa weil er kurzfristig verkaufen will, sollte das mitdenken.
- Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
- § 195 BGB, Regelmäßige Verjährungsfrist (Gesetze im Internet)