Woran erkennt man einen gefälschten Blister mit Seriennummer?
Die eingeschweißte Karte ist bei geprägten Barren mehr als Verpackung. Sie verbindet ein bestimmtes Stück mit einem Zertifikat, und genau diese Verbindung wird nachgemacht.
Bild: KI-erzeugtAn der Nummer selbst. Sie muss auf Barren und Karte identisch sein, sauber eingraviert statt gedruckt, und beim Hersteller prüfbar. Mehrfach angebotene gleiche Nummern sind das deutlichste Warnzeichen.
Die Nummer muss zweimal stimmen
Bei einem echten Stück steht dieselbe Nummer auf dem Barren und auf der Karte. Auf dem Metall ist sie meist mit Laser eingebracht, mit scharfen Kanten und gleichmäßiger Tiefe. Auf der Karte ist sie gedruckt oder ebenfalls eingraviert. Weicht ein einziges Zeichen ab, ist die Zuordnung wertlos. Ebenso verdächtig ist eine Nummer, die auf dem Barren aussieht, als wäre sie mit Farbe aufgetragen: Ein Fingernagel und ein Blick durch eine Lupe mit 10-facher Vergrößerung klären das in 10 Sekunden.
Woran man die Verpackung selbst prüft
Ein Blister ist an allen Seiten verschweißt und lässt sich nicht öffnen und wieder schließen, ohne Spuren zu hinterlassen. Zu prüfen sind die Schweißnähte auf gleichmäßige Breite, die Ecken auf Wellen und Blasen, die Folie auf Kratzer im Bereich der Naht. Viele Hersteller bringen zusätzlich Sicherheitsmerkmale ein, etwa Hologramme, Mikroschrift oder Elemente, die unter UV-Licht sichtbar werden. Ein Stück, das lose in einer Klarsichthülle steckt und angeblich original verpackt sein soll, ist keines.
Die Prüfung beim Hersteller
Mehrere Häuser bieten eine Abfrage an, bei der die Seriennummer online oder über eine Anwendung geprüft wird. Das ist der stärkste einzelne Test, den ein Käufer ohne Gerät durchführen kann, denn er stellt die Verbindung zur Produktion her. Wichtig ist die Reihenfolge: Die Abfrage gehört vor die Zahlung, nicht danach. Und sie ersetzt die physische Prüfung nicht, denn eine echte Nummer kann auf einer nachgemachten Karte stehen, in der ein falsches Stück liegt.
Das Muster, das Sammler am häufigsten meldet
Fälscher arbeiten mit Kopien, und Kopien wiederholen sich. Wer dieselbe Seriennummer bei mehreren Angeboten sieht, hat den Beweis in der Hand, ohne das Metall angefasst zu haben. Sinnvoll ist deshalb eine kurze Suche nach der Nummer vor dem Kauf, gerade bei Angeboten über Kleinanzeigen. Auffällig sind außerdem Bilder, die bei mehreren Verkäufern identisch sind, und Nummern, die zum Ausgabejahr des Motivs nicht passen.
Was Sie tun, wenn Zweifel bleiben
Nicht öffnen und nicht selbst weiterverkaufen. Ein geöffneter Blister verliert unabhängig von der Echtheit an Wert, weil die Zuordnung dahin ist. Der bessere Weg führt zu einem Händler mit Prüfgerät: Eine Ultraschallmessung oder eine Röntgenfluoreszenzanalyse dauert wenige Minuten und kostet bei einem Ankauf meist nichts. Bestätigt sich der Verdacht, ist der Kaufbeleg der wichtigste Gegenstand, nicht der Barren.
Für den Kauf im Netz bleibt eine einfache Reihenfolge: Nummer im Bild lesen, Nummer suchen, Hersteller abfragen, erst dann zahlen, und die Ware nach Erhalt wiegen und messen. Diese 4 Schritte kosten 15 Minuten und schließen den größten Teil der bekannten Betrugsmuster aus. Wer die Ware bereits erhalten hat, sollte den Zustand vor dem Auspacken fotografieren, inklusive Versandumschlag und Nummer. Das dauert 2 Minuten und ist im Streitfall der einzige Beleg dafür, wie das Stück ankam. Ohne diese Aufnahmen steht später Aussage gegen Aussage, und der Käufer trägt die Beweislast für den Zustand bei Erhalt.
- LBMA Good Delivery, London Bullion Market Association
- Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren (Gesetze im Internet)