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Wie oft ändert sich der Goldpreis am Tag?

Gold hat keinen Kurs, den jemand einmal am Tag festsetzt. Es hat einen laufenden Marktpreis und daneben zwei Referenzwerte, die für Abrechnungen gebraucht werden.

Wie oft ändert sich der Goldpreis am Tag?Bild: KI-erzeugt
Kurz gesagt

Fortlaufend. Der Markt handelt praktisch rund um die Uhr, dazu kommen zwei feste Referenzfixings in London um 10:30 und 15:00 Uhr Londoner Zeit.

Der laufende Handel

Gold wird außerbörslich zwischen Banken und Händlern gehandelt, ergänzt um Terminbörsen in den Vereinigten Staaten und Asien. Der Handel beginnt praktisch mit der Öffnung in Asien und endet mit dem Schluss in New York, mit nur kurzer Unterbrechung am Wochenende. Der Preis ändert sich in dieser Zeit im Sekundentakt. Tagesbewegungen von 1 bis 2 Prozent sind normal, an Tagen mit Zinsentscheidungen oder Konjunkturdaten auch mehr.

Die beiden Fixings

Zweimal täglich ermittelt ein elektronisches Auktionsverfahren in London einen Referenzpreis, morgens und nachmittags. Diese Werte dienen als Grundlage für Verträge, Bilanzierungen und Abrechnungen zwischen Marktteilnehmern. Sie sind kein amtlicher Kurs, sondern das Ergebnis einer Auktion, an der eine begrenzte Zahl von Teilnehmern mitwirkt. Für Sie sind sie vor allem dann relevant, wenn ein Vertrag auf sie verweist.

Was ein Händler daraus macht

Er stellt seine eigenen An- und Verkaufspreise, orientiert am laufenden Markt, und aktualisiert sie in Abständen von Minuten bis Stunden. Bei starken Bewegungen setzt er den Handel kurz aus, weil er sonst gegen sich selbst handelt. Für Sie heißt das: Ein angezeigter Preis ist eine Momentaufnahme, und die Frage, wann er fixiert wird, ist Teil des Angebots.

Der Euro bewegt sich mit

Weil international in Dollar notiert wird, wirkt der Wechselkurs zusätzlich. Ein Anstieg der Dollarnotierung um 1 Prozent bei gleichzeitig um 1 Prozent stärkerem Euro ergibt in Euro gerechnet keine Veränderung. Wer nur die Schlagzeile über den Goldpreis liest, wundert sich dann über seinen Depotauszug. Der Europreis je Gramm ist die einzige Zahl, die für Sie zählt.

Was das für Kauf und Verkauf bedeutet

Auf den perfekten Tag zu warten, lohnt sich bei Spannen von 4 bis 8 Prozent zwischen An- und Verkauf kaum: Die Spanne ist größer als die typische Tagesbewegung. Wer größere Beträge bewegt, verteilt sie besser auf mehrere Zeitpunkte, statt einen zu suchen. Und wer verkauft, sollte den Termin so legen, dass zwischen Preisnennung und Abrechnung möglichst wenig Zeit liegt.

Der praktische Merksatz

Notieren Sie den Preis je Gramm Feingold in Euro am Morgen des Termins und vergleichen Sie ihn mit dem Angebot. Weicht das Angebot um mehr als 12 Prozent nach unten ab, verhandeln Sie oder gehen weiter. Weicht es um weniger als 6 Prozent ab, ist es gut. Diese beiden Zahlen ersetzen jede Kursbeobachtung, weil sie die einzige Größe betreffen, die Sie beeinflussen können, nämlich die Wahl des Händlers. Zur Einordnung der Größenordnungen: Bei einem Kurs um 77 Euro je Gramm bedeutet eine Tagesbewegung von 1,5 Prozent rund 1,16 Euro je Gramm. Auf 100 Gramm sind das 116 Euro, auf einen Nachlass von 400 Gramm bereits 464 Euro. Wer den Ankaufstermin um zwei Tage verschiebt, bewegt sich also in derselben Größenordnung wie beim Wechsel des Händlers. Der Unterschied ist, dass Sie den Händler auswählen können und den Kurs nicht.

Quellen
  1. LBMA Good Delivery, London Bullion Market Association
  2. Deutsche Bundesbank, Statistiken
Stand: 2026-08-15. Rechtsstand Deutschland, keine Rechtsberatung im Einzelfall.